Krankheitsbilder einfach erklärt - PEDiP e. V.
Schilddrüsenerkrankungen
Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen können verschiedene Formen annehmen und betreffen die Funktion der Schilddrüse, die für die Produktion von Hormonen verantwortlich ist, die das Wachstum, den Stoffwechsel und die Entwicklung regulieren.
Die häufigsten Schilddrüsenerkrankungen in dieser Altersgruppe sind Hypothyreose (Unterfunktion), Hyperthyreose (Überfunktion) und autoimmune Erkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis.
Hypothyreose
- Definition:
Eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen. - Ursachen:
Kann angeboren sein oder sich im Laufe der Kindheit entwickeln. Autoimmunerkrankungen (Hashimoto), Jodmangel oder bestimmte Medikamente können ebenfalls Ursachen sein. - Symptome:
Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, langsames Wachstum und Entwicklungsverzögerungen. - Diagnose:
Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone (TSH, fT3 und fT4). - Behandlung:
In der Regel erfolgt die Behandlung durch die tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormonen (Levothyroxin).
Hyperthyreose
- Definition:
Eine übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen. - Ursachen:
Häufigste Ursache ist die Basedow-Krankheit, eine autoimmune Erkrankung. - Symptome:
Gewichtsverlust, erhöhte Herzfrequenz, Nervosität, Schlafstörungen und übermäßiges Schwitzen. - Diagnose:
Blutuntersuchungen zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone und Antikörpertests. - Behandlung:
Kann medikamentös mit sog. Thyreostatika behandelt werden. In schweren Fällen erfolgt die Behandlung durch Radiojodtherapie oder chirurgische Entfernung.
Bedeutung der Diagnose und Behandlung
Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung sind entscheidend, um das Wachstum und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen und langfristige gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
Regelmäßige Kontrollen und eine enge Zusammenarbeit mit einem Kinderendokrinologen sind wichtig, um die Schilddrüsenfunktion zu überwachen und die Therapie anzupassen.