Krankheitsbilder einfach erklärt - PEDiP e. V.
Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist bei Kindern und Jugendlichen eine ernsthafte Stoffwechselerkrankung, die durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Die Erkrankung kann den Alltag und die Lebensqualität junger Menschen erheblich beeinträchtigen und erfordert ein lebenslanges Management.
Unbehandelt kann Diabetes zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen, darunter Augenprobleme, Nierenschäden, Nervenschädigungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sind regelmäßige ärztliche Kontrollen, eine angepasste Lebensweise und eine konsequente Therapie entscheidend für den langfristigen Erhalt der Gesundheit.
Diabetes mellitus Typ 1
Diabetes mellitus Typ 1 ist die häufigste Form bei Kindern und Jugendlichen. Er entsteht durch eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Der daraus resultierende Insulinmangel verhindert die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Körperzellen, was zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Die Behandlung besteht in einer lebenslangen Insulintherapie, meist durch Injektionen oder Insulinpumpen, ergänzt durch eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle und eine angepasste Ernährung.
Diabetes mellitus Typ 2
Diabetes mellitus Typ 2, früher vor allem bei Erwachsenen verbreitet, wird zunehmend auch bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Er entsteht, wenn der Körper nicht ausreichend Insulin produziert oder nicht mehr effektiv darauf reagiert. Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel. Die Therapie umfasst in der Regel eine Umstellung des Lebensstils mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung, gegebenenfalls ergänzt durch Medikamente oder Insulin.
Diabetes mellitus Typ 3
Diabetes mellitus Typ 3 bezeichnet seltene Diabetesformen, die ebenfalls bei Kindern und Jugendlichen auftreten können. Dazu gehören unter anderem genetisch bedingte Formen wie MODY (Maturity Onset Diabetes of the Young) sowie andere seltene genetische Syndrome. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache und erfordert häufig eine spezialisierte und engmaschige medizinische Betreuung.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose und Behandlung von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen dem betroffenen Kind, den Eltern und dem medizinischen Fachpersonal voraus. Zentrale Bestandteile sind die regelmäßige Blutzuckermessung, eine individuell angepasste Insulintherapie, eine ausgewogene Ernährung und ausreichende körperliche Aktivität. Schulung, Aufklärung und psychosoziale Unterstützung spielen eine entscheidende Rolle, um den jungen Betroffenen ein aktives Alltagsleben zu ermöglichen und langfristige Komplikationen zu vermeiden.